
Die Apostel waren nach dem Tod Jesu verunsichert und voller Angst. Sie hatten sich zurückgezogen, die Türen verschlossen. Erst als der Heilige Geist über sie kam, änderte sich alles: Aus Angst wurde Mut, aus Schweigen wurde Verkündigung, aus einer kleinen, verunsicherten Gruppe entstand eine Gemeinschaft, die sich hinauswagte in die Welt.
Der Heilige Geist ist bis heute der Atem Gottes in seiner Kirche. Er ist die Kraft, die Menschen bewegt, tröstet und ermutigt. Er schenkt neue Ideen, neue Wege und manchmal auch den Mut, alte Gewohnheiten zu hinterfragen. Wo Menschen einander zuhören, wo Versöhnung gelingt, wo jemand Hoffnung schenkt –
dort wirkt dieser Geist. Gerade in einer Zeit, in der Kirche sich verändert und viele Fragen gestellt werden, erinnert
uns Pfingsten daran: Kirche lebt nicht aus eigener Kraft. Sie lebt aus dem Geist Gottes. Dieser Geist verbindet Menschen über Grenzen hinweg, lässt Gemeinschaft wachsen und eröffnet Zukunft. Vielleicht kann Pfingsten auch für uns ein persönlicher Neubeginn sein. Ein Fest, das uns einlädt, die Fenster unseres Herzens zu öffnen damit Gottes Geist frischen Wind in unser Leben bringt. Möge dieser Geist unsere Gemeinden beleben, unsere Herzen stärken und uns den Mut schenken, Kirche heute und morgen gemeinsam zu gestalten. Von Christi Himmelfahrt bis Pfingsten lade ich zur Pfingstnovene ein. Beten wir täglich die Pfingstsequenz und bitten wir den Hl. Geist, dass er alle Menschen in Hohenems mit seiner Kraft erfülle.
So wünsche ich ein geisterfülltes und belebendes Pfingstfest.
Ihr Vikar Franz Ulbing