
Am 2. Juni durften die Besucher:innen des Demenzcafés Hohenems eine besondere Kirchenführung erleben. Gemeinsam mit Anita Ohneberg und Ramona Dür, die spezielle Kirchenführungen für hochbetagte Menschen und Menschen mit Demenz anbieten, begab sich die Gruppe auf eine Reise durch Erinnerungen, Glaubensgeschichten und persönliche Lebenserfahrungen.
Zwölf Teilnehmer:innen versammelten sich gemeinsam mit, im Altarraum der Kirche. Dort bildeten alle einen Kreis und hielten sich an einem Seil fest – als sichtbares Zeichen der Verbundenheit und Gemeinschaft.

Im Mittelpunkt standen nicht historische Daten oder Fakten, sondern die persönlichen Erinnerungen der Besucher:innen.
Die Teilnehmer:innen wurden eingeladen von ihren Erfahrungen mit der Kirche in ihrer Kindheit und Jugend zu erzählen. Rasch entstand ein lebendiger Austausch, bei dem viele Erinnerungen wach wurden. So berichteten einige, dass die Kirche während der Kriegszeit auch als Schutzraum erlebt wurde. Gemeinsam erinnerte man sich außerdem daran, dass früher eine strengere Kirchenordnung herrschte und die heilige Messe ausschließlich in lateinischer Sprache gefeiert wurde.
Ein weiteres Thema war der heilige Konrad und die mit ihm verbundene Sage.
Diese erzählt, dass der Heilige Wasser in einem Taschentuch zur Burg Ems hinaufgetragen haben soll, wodurch der Konradsbrunnen entstand.
Solche Geschichten regten die Teilnehmer:innen zum Erzählen an und knüpften an vertraute Erinnerungen aus ihrer Lebensgeschichte an. Besonders beeindruckte die Gruppe die Darstellung des auferstandenen Christus am Kreuz mit seinem goldenen Gewand. Dieses Bild wurde als starkes Zeichen der Hoffnung wahrgenommen und bot Anlass für persönliche Gespräche und Gedanken.

Für die Besucher:innen des Demenzcafés war dieser Nachmittag eine willkommene Abwechslung.
Die gelungene Verbindung von Erinnerungsarbeit, Gemeinschaft und spirituellen Impulsen machte die Kirchenführung zu einem besonderen Erlebnis, das allen Beteiligten viel Freude bereitete.
Wir bedanken uns herzlich bei Anita Ohneberg und Ramona Dür für die einfühlsame Gestaltung dieses Nachmittags und freuen uns auf weitere bereichernde Begegnungen.
Bericht: Andrea Gross